Buchenwaldkonzert als Vorlage für große Gala in November
Porträt
Im Rathaus von Weimar stellten Volker Klapproth, Anke Klüßendorf und Volkhardt Germer vom Förderverein sowie Sabine Kierdorf und Otto Sauter (v.l.) die Gala vor. Foto: H. Wetzel
Der Förderverein der Gedenkstätte Buchenwald veranstaltet im November einen Benefiz-Abend. Die Gala "Ernst und heiter" wird in der Weimarhalle aufgeführt.
Weimar. Ernst der Anlass, durchaus auch heiter die Musik - unter diesen Vorzeichen soll am Donnerstag vor dem ersten Advent die Benefiz-Gala "Ernst und heiter" in der Weimarhalle stattfinden. Die mit Stars gespickte Gala orientiert sich am Programm des 18. Lagerkonzertes des Konzentrationslagers Buchenwald. "Wir wollen dazu beitragen, dass Buchenwald in der Stadt präsent ist", sagt Ex-OB Volkardt Germer, der Vorsitzende des ausrichtenden Fördervereins Buchenwald. Die Einnahmen kommen der Vereinsarbeit in der Gedenkstätte zugute. Das Konzert, das auch vom ZDF mitgeschnitten wird, soll zudem Sponsoren zu Spenden motivieren. Der Star-Trompeter und Mit-Initiator Otto Sauter kündigt prominente Künstler an, die ohne Gage auftreten wollen. Dazu gehören die Schauspieler Iris Berben und Michael Mendl, die Texte lesen, sowie Starpianist Josef Bulva und Sauter selbst mit seinem Trompeten-Ensemble "Ten of the Best & Friends." Der "Donnerstag vor dem ersten Advent", in diesem Jahr der 29. November, soll künftig zu einem Fixpunkt im Weimarer Kulturkalender werden. In den kommenden Jahren soll immer an diesem Tag ein Gala-Konzert für Buchenwald stattfinden. Die gespielten Stücke folgen dabei jeweils einem der mindestens neun aus dem KZ erhaltenen Konzertprogramme. Das 18. Lagerkonzert, das ebenfalls den Titel "Ernst und heiter" trug, führten die Häftlinge am 16. April 1944 auf, sagt Anke Klüßendorf, die Geschäftsführerin des Fördervereins. Damals wurden Chansons sowie Stücke von Mozart, Chopin und Bach gespielt, aber auch Jazz, der außerhalb des Lagers von den Nazis als "entartete Kunst" eingestuft wurde. An dem Konzert 2012 beteiligen sich auch die erste jüdische Kantorin in Deutschland, Avitall Gerstetter, "Level 42"-Keyboarder Mike Lindup, Joe-Cocker-Gitarrist Markus Winstroer und der brasilianische Wundersänger EdsonCordeiro. Sauter spricht von einer "Genre-Mischung mit Ernsthaftigkeit, die aber gefallen soll".
Die vorgetragenen Texte sind übersetzte Liedtexte oder stammen von Häftlingen, die den Lager-Alltag oder ihre Gefühle schilderten. Von Häftlingen gemalte Bilder werden auf eine Leinwand projiziert. "Musik hat im KZ eine wichtige Rolle für das Überleben gespielt", sagt Klüßendorf. Zwar installierte die SS selbst eine Lagerkapelle. Doch die Musiker im Lager nutzten die Musik auch dazu, Gefühle auszudrücken und zu kommunizieren. Mit der zunehmenden Internationalisierung des Konzentrationslagers wurde die Musik zum verbindenden, manchmal auch subversiven Element. Konzerte an Sonntagnachmittagen und Feiertagen, von der SS geduldet, spielten für die Häftlinge eine wichtige Rolle. Die Idee zu dem Konzert entstand vor der Fußball-WM 2006, als sich Sauter und Germer bei Absprachen für das WM-Kulturprogramm kennenlernten. Sauter und seine Frau Sabine Kierdorf besuchten später die Gedenkstätte Buchenwald und waren stark beeindruckt. Außerdem fiel ihnen auf, dass viele Besucher, darunter auch Jugendliche, ohne Führung über das Gelände liefen. 2011 organisierte der Förderverein Führungen für 53.000 Individualtouristen. Das Konzert soll helfen, mehr Honorarkräfte anzustellen und das Begleitprogramm für Jugendliche auszuweiten. "Wir wollen die Erinnerungskultur von der Gedenkstätte in die Stadt und zur nächsten Generationen transportieren", sagt Klüßendorf. Die Schirmherrschaft übernimmt die Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht
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Der Thüringer Kultusminister, Christoph Matschie, eröffnete am Mittwochvormittag offiziell das Franz-Liszt-Jahr im Weimarer Saal am Palais. Der Preisträger des Franz-Liszt-Ehrenpreises, der zum ersten Mal verliehen wurde, ist Alfred Brendel, ein herausragender Liszt-Interpret aus Österreich. Zahlreiche Thüringer Prominente waren beim Festakt dabei.
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