Wie Bertuchschule und DEB um Nachwuchs werben

  • Beim DEB konnte man Julia, Christiane, Melanie, Martha, Charlotte, Andrea und Nicole über die Schulter schauen und auch kosten. Foto: MIchael Baar Beim DEB konnte man Julia, Christiane, Melanie, Martha, Charlotte, Andrea und Nicole über die Schulter schauen und auch kosten. Foto: MIchael Baar
Das hätte noch vor wenigen Jahren niemand gedacht: In Weimar gibt es viel mehr Möglichkeiten zur Berufsausbildung als Nachfrage. Der demografische Wandel hat inzwischen auch die Berufsschulen erreicht.
Weimar. Mit der Bertuch-Berufsschule und der Weimarer Schule des Deutschen Erwachsenen-Bildungswerkes (DEB) hielten am Wochenende zwei sehr unterschiedliche Berufsschulen ihre Türen für potenzielle Schüler und deren Eltern offen.

Mehrteilig wandte sich die Bertuchschule Wirtschaft, Verwaltung und Ernährung an die Interessenten. Unter dem Motto "Azubis für Schüler" hatten Lehrlinge schon in der Woche an der Röhrstraße ihre Ausbildungen in Unternehmen und Behörden vorgestellt. Da ging es um Sport- und Fitness- oder Tourismus- und Freizeitkaufleute, Köche und Restaurantfachleute. Die Schule bildet insgesamt 17 Berufe aus Wirtschaft, Verwaltung und Gastronomie aus.

Beim Tag der offenen Tür am Rathenauplatz standen Samstag die sogenannten Vollzeitschulformen am Beruflichen Gymnasium und an der Fachoberschule im Mittelpunkt. Wichtig: Sie führen schulgeldfrei in einen höheren Bildungsweg und zum Beruf. Doch die Zahl der Schüler am beruflichen Gymnasium und an der Fachoberschule hat sich in den vergangenen Jahren halbiert.

Dabei erwartet die Abiturienten und Fachoberschüler der Bertuchschule ein breit gefächertes Wissen in den Schwerpunktfächern der Wahl-Fachrichtungen Gesundheit & Soziales, Technik und Wirtschaft. Die Fachoberschule steht sogar jungen Leuten mit Beruf oder mit mehrjähriger Berufserfahrung offen.

Erstmals hatten die 1300 Bertuchschüler und 78 Lehrer gleichberechtigt den Tag der offenen Tür vorbereitet. Themenvorschläge, die keinen Anklang in der Vorbereitung fanden, wurden korrigiert oder aussortiert. Das galt natürlich nicht für die Theatergruppe. Sie stellte erneut den Namensgeber der Schule mit "Szenen aus Bertuchs Leben" vor. Ein Renner war zudem der Bertuch-Sticker mit Bertuch-Keks, den eine Medienwirtschaftsklasse der Fachoberschule erfunden hat.

Ausbildung zum Anschauen, Anfassen und Ausprobieren zeigte auch das DEB. Sechs Ausbildungsberufe bietet die Schule an der Buttelstedter Straße an: 170 junge Leute werden hier in Heilerziehungspflege, Ergotherapie, Sozialassistenz, Erziehung, Diätassistenz oder Altenpflege ausgebildet. Hinzu kommen berufsbegleitende Qualifizierungen. Die Schüler erhalten ihr Praxiswissen über Praktikumsbetriebe. Lehrer sind Angestellte und Honorardozenten.

Auch das DEB könnte mehr Ergotherapeuten, Heilerziehungspfleger oder Diätassistenten ausbilden. Die Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt sei durchaus da, aber nicht die Bewerber, hat Ausbildungsberaterin Michaela Schönherr beobachtet. Um so mehr bemühten sich Schüler und Mitarbeiter am Tag der offenen Tür um eine anschauliche Darstellung.


Michael Baar / 24.01.11 / TA
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